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Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Im Grenzland Die "Frontier" in den USA Geschichte der US-Demokraten und Republikaner Esel und Elefant Das Kalenderblatt 26.10.1947 Humphrey Bogart fliegt nach Washington Von Simon Demmelhuber Im Grenzland - die "Frontier" in den USA Autorin: Elsbeth Bräuer / Regie: Sabine Kienhöfer Das Grenzland, "the frontier" - der amerikanische Westen war im 19. Jahrhundert das Land zwischen den alten Kolonien an der Ostküste und dem Pazifik. Als die US-Regierung 1803 den Franzosen Louisiana abkauft, verdoppelt sich auf einen Schlag das Staatsgebiet. Plötzlich gibt es im Westen unermessliches Land, das es zu erschließen gilt. Das Grenzland ist den Weißen so fremd, wie es uns heute der Mars ist, schreibt ein Historiker. Man glaubt an ein modernes Kanaan, ein Land voll Milch und Honig und goldbeschlagenen Bergen. Die Wirklichkeit sieht anders aus: "ein Paradies für Männer und Hunde - die Hölle für Frauen und Pferde", meint bald ein Reisender. Zuerst zieht es die Pelzhändler, Landvermesser und Abenteurer in den Westen. Mitte des Jahrhunderts folgt ihnen eine Massenbewegung an Auswanderern tausende von Kilometern quer durch die USA. Mit der Besiedlung bringen sie dem Land die Zivilisation - so zumindest rechtfertigen sie ihren gewaltsamen Umgang mit den Indianern. Das Leben an der Frontier war ein ständiger Kampf ums Überleben - und gegen die Vereinsamung. Doch in den USA verbinden noch heute viele die Geschichte des Grenzlands mit dem amerikanischen Traum: mit Aufbruch und Neuanfang, mit dem Glauben an harte Arbeit - und mit dem Streben nach Glück. Geschichte der US-Demokraten und Republikaner - Esel und Elefant Autor: Florian Kumert / Regie: Sabine Kienhöfer Das politische System der USA: ein Land, zwei Parteien, Demokraten gegen Republikaner. Blau gegen Rot. Liberal gegen konservativ. Zwei Lager, die im Lauf der Geschichte aber einige Wandlungen durchgemacht haben, und die anders als europäische Parteien weniger straff hierarchisch organisiert sind, sondern wie ein großes Zelt wirken, unter dessen Dach sich viele Interessens-Gruppierungen sammeln und um Dominanz kämpfen. Die Demokraten - die älteste durchgehend existierende Partei der Welt - waren ursprünglich die Vertreter des agrarisch geprägten Südens, während die Republikaner als Gegner der Sklaverei ihren Anfang nahm. Die Parteimaskottchen - Esel und Elefant - sind gleichgeblieben, in ihrer politischen Ausrichtung und Stammwählerschaft haben Demokraten und Republikaner aber eine radikale Kehrtwende vollzogen. Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Elif Senel Feature: Warum wir uns mit Veränderungen so schwer tun; Redezeit mit Melanie Raabe, Schriftstellerin, über Kreativität zur vollen Stunde WDR aktuell Wiederholung: Di 04.03 Uhr

Montag 10:05 Uhr Ö1

Hörbilder Spezial

Ö1 Themenwoche "Kindheit" Hörbilder Spezial Wenn die Seele Pflege braucht. Porträt einer besonderen Schule. Feature von Isabelle Engels. (Wh. v. 14.12.2019) "Mein Kind geht gern dorthin, es geht ihm dort gut!" Eine Aussage, die man von Eltern, deren Kinder in die Karl-Schubert-Schule gehen, oft hört. Sie befindet sich in Wien-Liesing, wird als Ganztagsschule mit Waldorfpädagogik geführt, alle Kinder und Jugendlichen haben sonderpädagogischen Förderbedarf. Sie haben Autismus oder Downsyndrom, eine Lernschwäche oder eine körperliche Behinderung. So unterschiedlich sie auch sind, hier erhalten sie, was sie brauchen: eine Förderung ohne Leistungsdruck und ein besonderes Eingehen auf ihre seelischen Bedürfnisse. Der Entscheidung für die "Karl-Schubert-Schule" ging in vielen Familien eine Odyssee durch die Schullandschaft voraus: Die Eltern fanden entweder gar keinen Platz für ihr Kind oder machten in integrativen Schulen die Erfahrung, dass es überfordert war oder "unterzugehen" drohte. Die Entscheidung für eine "Sonderschule" löste in der Umwelt oft Unverständnis aus, Worte wie "Ghetto" fielen, und auch die Eltern waren verunsichert: "Gehört mein Kind da dazu? Kann es denn von den anderen lernen?" Isabelle Engels hat den Schulalltag aufgezeichnet und mit Lehrer/innen, Eltern, aktiven und ehemaligen Schüler/innen gesprochen. Ton: Elmar Peinelt Redaktion: Monika Kalcsics

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Minderheiten in Osteuropa Instrumentalisiert, verfolgt, vertrieben Nationalismus Renaissance einer totgeglaubten Weltanschauung? Das Kalenderblatt 26.10.1947 Humphrey Bogart fliegt nach Washington Von Simon Demmelhuber Minderheiten in Osteuropa - instrumentalisiert, verfolgt, vertrieben Autorin: Julia Devlin / Regie: Sabine Kienhöfer Es gehen nicht nur Menschen über Grenzen - mitunter gehen Grenzen über Menschen. Dies betraf nach dem Ersten Weltkrieg Millionen von Menschen in Osteuropa. Denn ab 1919 wurde die Landkarte Osteuropas neu gezeichnet. Die großen Imperien zerfielen, und an ihre Stelle traten neue Staaten. Doch das Ideal von religiös, kulturell und ethnisch einheitlichen Nationalstaaten ließ sich im Osten Europas nur schwer verwirklichen, denn dieser Raum war von jeher durch Vielfalt geprägt. So entstanden in jedem der neuen Staat Minderheiten. Aus humanitären Gründen, aber auch, um zu vermeiden, dass Konflikte zwischen Angehörigen der Minderheiten und der Mehrheitsbevölkerung eskalieren und zu neuen Kriegen führen könnten, schrieben die Siegermächte den neu entstehenden Staaten Minderheitenschutzgesetze vor. Doch Konflikte blieben nicht aus, vor allem, wenn eine Minderheit einen starken Mutterstaat hatte und diesem einen Vorwand für territoriale Forderungen bot. Die Erfahrungen aus dieser unruhigen Zeit prägen bis heute das europäische Miteinander. Nationalismus - Renaissance einer totgeglaubten Weltanschauung? Autor: Thomas Grasberger / Regie: Martin Trauner Mitten in Europa errichten Staaten wieder permanente Grenzkontrollen, rechtspopulistische Parteien von Finnland bis Ungarn feiern Wahlerfolge und nationale Identität wird wieder zum politischen Schlagwort. Dabei hatten viele ihn schon für tot erklärt, den Nationalismus. Sein Siegeszug prägte die Geschichte der vergangenen beiden Jahrhunderte wie keine andere Idee. Die Vorstellung, dass kulturelle Gemeinsamkeiten auch zu politischen Gemeinschaften führen müssen, ist dabei stets ein zweischneidiges Schwert gewesen. Es hat Völker nicht nur von Fremdbestimmung befreit, sondern auch ein unvorstellbares Maß an Hass und Blutvergießen über die Menschheit gebracht. Was aber ist Nationalismus überhaupt? Nur ein übertriebener Patriotismus? Eine politische Ersatzreligion? Ein gedankliches Konstrukt, das kollektive Identität stiftet? Thomas Grasberger sucht Antworten auf diese Fragen in der Ideengeschichte und der Sozialpsychologie. Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Dein ganz persönliches Minimum Woher wir wissen, dass es zum Leben reicht Von Heiner Kiesel Es gibt ganz einfache Zahlen dafür, was der Mensch zum Leben braucht: Kalorien, Flüssigkeits- und Sauerstoffmenge, Temperatur. Aber es ist klar, dass es nicht darum geht, wenn wir vom Existenzminimum sprechen. Dazu gibt es komplizierte Berechnungen, aber alles, was über die Lebenserhaltung hinausgeht, ist umstritten: die Regelbedarfe der Sozialhilfe, das steuerliche Existenzminimum und die Frage, wie viel nötig ist, damit man sich noch als Teil der Gesellschaft fühlen kann. Die gesellschaftliche und politische Diskussion darüber ist hoch emotional - auch weil sie uns als Einzelne im Kern trifft.

Montag 21:00 Uhr Bremen Zwei

ARD Radiofeature: Ägypten unter Al-Sisi

Kairo - bald zehn Jahre nach dem Arabischen Frühling. Von den Träumen der demonstrierenden Menschen auf dem Tahrir-Platzes ist nichts übrig geblieben. Viele von denen, die 2011 für ein freies, besseres Leben kämpften, haben resigniert. Oder sie sind geflüchtet. Oder sie sitzen in den Gefängniszellen des Militärregimes. Internationale Beobachter gehen von mehr als 60.000 politischen Gefangenen aus. Unter Machthaber Abdel Fatah al-Sisi werden nicht nur Moslembrüder gejagt, sondern auch liberale Politiker, Blogger, Journalisten, NGO-Mitarbeiter. Die Repression hat in den vergangenen drei Jahren derart brutale Ausmaße angenommen, dass etliche Regimekritiker inzwischen dem früheren Machthaber Hosni Mubarak nachtrauern. Mubarak, sagen sie, habe ihnen wenigstens noch ein wenig Luft zum Atmen gelassen. Al-Sisis diktatorischer Regierungsstil kommt derweil im Westen gut an. Weil er Dschihadisten bekämpft und Migranten den Weg nach Europa verwehrt, wird das Regime hofiert und hochgerüstet. 2019 war Ägypten der wichtigste Empfänger deutscher Rüstungsexporte außerhalb der EU. Autor: Martin Durm Produktion: SWR 2020 Redaktion: Wolfram Wessels

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